Die Historie

Junge Pferde für das Militär aus­zu­bilden und bereit­zu­stellen – das war der ur­sprüng­liche Zweck des 1898 er­bauten Remonte­depots. Bis zum modernen Ort für Tagungen und Feiern von heute sollten viele weitere folgen: ob Soldaten­unter­kunft, Jugend­erholungs­heim, Militär­stütz­punkt oder land­wirtschaft­liches Muster­gut.

Als Ausbildungs­ort für die so­ge­nannten „Remonten“ – junge Pferde in Aus­bildung – ließ das König­reich Württem­berg 1898 das Depot er­richten. Der östliche Rand des Truppen­übungs­platzes Münsingen bot dazu reichlich Raum: Auf dem 13 Hektar großen Areal in Breit­hülen ent­standen fünf Stal­lungen für über 300 junge Pferde. Über 20 Jahre lang wurden diese Remonten hier für die Artillerie des XIII. Armee­korps aus­ge­bildet.

Nach dem ersten Welt­krieg richtete die Stadt Stuttgart auf dem Gelände ein land­wirt­schaft­liches Muster­gut ein. Jahre später ent­stand dort ein Jugend­er­holungs­heim. 1935 kehrten die Soldaten­pferde zurück auf die Schwäbische Alb: Das Militär nutzte das Depot wieder als Pferde­aus­bildungs­be­trieb.

Am 01. Oktober 1942 gründete die Wehr­macht den gemeinde­freien „Heeres­guts­bezirk Münsingen“. Das Hof­gut, das bis­lang zur rund zwei Kilo­meter ent­fernten Ge­meinde Enna­beuren ge­hörte, wurde Breit­hülen an­geschlos­sen. Von nun an diente das Remonte­depot nicht mehr allein den Tieren, jetzt nutzten es vor allem Soldaten als Unter­kunft.

Nach dem zweiten Welt­krieg kassier­ten die Franzosen zu­nächst das Areal. Ende der 1940er-Jahre gaben sie es an Württem­berg zu­rück. Wieder zog ein land­wirt­schaft­licher Be­trieb ein. Von 1961 bis 2004 nutzte die Bundes­wehr das Remonte­depot samt des um­liegen­den Ge­ländes als Mobil­machungs­stütz­punkt und Übungs­areal.

2011 änderte die Re­kom­munali­sierung die Zu­ständig­keiten: Breit­hülen ge­hört seit­dem zur Ge­meinde Herold­statt. Die Ver­wal­tung hatte das Remonte­depot von der Bundes­anstalt für Im­mobilien­auf­gaben ge­kauft. 2012 er­warb schließ­lich der Schuh­her­stel­ler vitaform das Remonte­depot. Er ließ die denkmal­ge­schützten Ge­bäude sanieren, zog selbst mit Ver­waltung und Lager ein und öffnete das Haus für Tagungen, Feiern und Ver­anstaltungen.